Die Geschichte

Vom Spitalsstandort zum lebendigen Stadtquartier: Das Areal des heutigen Stadtquartiers sophie7 blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. 

sophie7 ist aus einem Ort mit Geschichte entstanden. Über Jahrzehnte prägte das Sophienspital das Areal am Neubaugürtel als Ort der Fürsorge, der Heilung und der Begegnung. Mit der Schließung des Spitals stellte sich die zentrale Frage: Wie kann ein so bedeutender Ort in eine neue Zukunft geführt werden, ohne seine Identität zu verlieren?

Die Antwort lag nicht im Abriss, sondern in der Umnutzung und Revitalisierung. In enger Abstimmung mit der Stadt Wien sowie den gemeinnützigen Bauträgern SOZIALBAU AG und WBV-GPA wurde ein Bebauungskonzept erarbeitet, das den historischen Bestand respektiert und zugleich neue urbane Qualitäten schafft. Denkmalgeschützte Pavillons wie der Kenyon- und der Karl-Ludwig-Pavillon wurden behutsam saniert und in ein zeitgemäßes Nutzungskonzept integriert. Neue Baukörper ergänzen den Bestand klar, zurückhaltend und mit architektonischer Präzision.

Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál bringt diesen Ansatz auf den Punkt: „Mit sophie7 zeigt Wien, wie geförderter Wohnbau heute international State of the Art sein kann – leistbar, hochwertig und konsequent am Menschen orientiert.“

Architektur versteht sich in sophie7 nicht als Solitär, sondern als Teil eines städtischen Gefüges. Die Baukörper ordnen sich dem Freiraum unter, schaffen Durchblicke, Platzfolgen und Übergänge. Wege und Blickachsen verbinden die historischen Gebäude mit den Neubauten. So entsteht ein Quartier, das nicht aus einzelnen Häusern besteht, sondern als zusammenhängender Stadtraum erlebbar wird.

Im Zentrum des Areals liegt ein öffentlicher Park mit altem Baumbestand. Er bildet das räumliche und atmosphärische Herz des Quartiers. Der Park ist kein dekoratives Element, sondern integraler Bestandteil des Quartiers: als Erholungsraum, als Treffpunkt und als grüne Verbindung zwischen Architektur und Alltag. Für Bezirksvorsteher Markus Reiter ist dieser Freiraum ein wesentliches Zeichen: sophie7 steht für das Neubau-typische Miteinander: leistbarer Wohnraum, offene Räume und eine lebendige Nachbarschaft, in der man schnell Anschluss findet.“

Die Entwicklung des Quartiers wurde von gemeinnützigen Bauträgern vorangetrieben. Ihr Anspruch war es, leistbaren Wohnraum mit hoher architektonischer Qualität zu verbinden und zugleich ein Quartier zu schaffen, das soziale Durchmischung, kulturelle Nutzung und nachhaltige Stadtentwicklung ermöglicht. sophie7 folgt damit einer langen Wiener Tradition des gemeinnützigen Wohnbaus – erweitert um zeitgemäße ökologische, soziale und städtebauliche Anforderungen. Hannes Stangl, Vorstandsdirektor der SOZIALBAU AG: sophie7 hat Modellcharakter, wie innerstädtische Flächen für leistbares Wohnen mit hoher Lebensqualität genutzt werden können. Erstmals wurden im Rahmen der Wiener Wohnbauförderung Neubau und Bestand miteinander verknüpft. In enger Abstimmung mit der Stadt Wien entsteht hier nicht nur ein Projekt mit geförderten Mietwohnungen, sondern auch ein Hot Spot für Bildung und Kultur, bei dem das Miteinander und die Klimaresilienz im Vordergrund stehen.

Entstanden sind vielfältige Wohnformen, ergänzt durch Bildungs-, Kultur- und Gemeinschaftseinrichtungen. Erdgeschosszonen, eine Stadtterrasse, Veranstaltungsräume und gemeinschaftliche Freiräume öffnen das Quartier bewusst nach außen. sophie7 ist kein abgeschlossener Wohnkomplex, sondern ist nun ein öffentlich wirksames Stück Stadt für alle Wienerinnen und Wiener.

Auch ökologisch setzt das Quartier neue Maßstäbe: Begrünte Fassaden, klimaresiliente Freiräume, nachhaltige Energieversorgung und das Prinzip der Schwammstadt prägen das architektonische Konzept. Nachhaltigkeit wird hier nicht nur propagiert, sondern war und ist Teil der räumlichen und gestalterischen Grundidee.

Für Michael Gehbauer, Geschäftsführer der WBV-GPA, ist sophie7 vor allem ein Zukunftsprojekt: sophie7 zeigt, wie wir nachhaltigen Wohnraum für die Zukunft schaffen: sozial, kostengünstig und innovativ. Die Verbindung aus historischem Bestand, ökologischer Innovation und kultureller Vielfalt macht dieses Quartier zu einem wichtigen Beitrag für eine lebenswerte Stadt.“

sophie7 steht damit exemplarisch für eine neue Generation gemeinnütziger Stadtquartiere: historisch verwurzelt, architektonisch klar, sozial und ökologisch verantwortlich und offen für die Stadtbevölkerung. Aus einem ehemaligen Spitalsareal ist ein Ort entstanden, der Vergangenheit bewahrt und Zukunft ermöglicht – als lebendiges Quartier für viele Lebensentwürfe und als Beitrag für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung.

Was im 19. Jahrhundert mit einer Stiftung begann, wurde über Jahrzehnte hinweg als Pflege- und Gesundheitsstandort genutzt – und entwickelt sich heute zu einem vielfältigen Ort für Wohnen, Kultur und Gemeinschaft mitten in Wien.

1845: Eduard Graf Kenyon erwirbt zwischen der Kaiserstraße und dem Linienwall ein Grundstück und verpflichtet seine Gattin Eugenie Louise,  die Liegenschaft nach seinem Tod für die Errichtung eines Spitals zu widmen.

1881: Das Sophienspital wird mit Spendengeldern und dem Nachlass von Eugenie Louise Kenyon von 1879 bis 1881 von Baumeister Franz Wigand errichtet. Die Eröffnung erfolgt durch Erzherzogin Sophie (Mutter von Kaiser Franz Joseph). Das Spital wird nach dem Namen der Erzherzogin benannt.

1900: Der Wiener Krankenanstaltenfonds übernimmt das Spital und führt weitgehende bauliche Umgestaltungen durch. Der Karl-Ludwig-Pavillion kommt neu hinzu.

1985: Nach dem 2. Weltkrieg übernimmt die Stadt Wien das Sophienspital. Es wird nach den Plänen von Architekt Ernst Hoffmann in das „Pflegezentrum Sophienspital“ umgestaltet und verfügt über ein Pflegeheim und Tageszentrum.

1999: Das sozialmedizinische Zentrum (Europapavillion) am Neubaugürtel wird nach Plänen von Architekt Martin Kohlbauer errichtet.

2015: Das Sophienspital wird geschlossen. Die Gebäude werden für kreative, ökologische und urbane Projekte zwischengenutzt.

2018: Die Bürgerbeteiligung der Bezirksvorstehung Neubau startet. Bewohner:innen bringen Ihre Wünsche zum Stadtentwicklungsgebiet ein.

2019: Der wohnfonds wien erwirbt das Sophienspitalareal und lobt einen mehrstufigen Bauträgerwettbewerb aus. Es ist sein erster Bauträgerwettbewerb, bei dem es um einen Neubau in Kombination mit der Revitalisierung historischer Bausubstanz geht.

2020: Aus der letzten Jurysitzung im September gehen die SOZIALBAU AG und WBV GPA mit ihrem Projekt „sophie 7“ als Sieger des Bauträgerwettbewerbs hervor.

2020: Das Plandokument wird nach der öffentlichen Auflage vom Gemeinderat beschlossen.

2022: Im März findet der gemeinsam mit dem Baukarussell veranstaltete „Open Mine Day“ statt, bei dem die Kreislaufwirtschaft und die Einbindung von sozioökonomischen Betrieben (Social Mining) im Mittelpunkt stehen.

2023: Anfang Oktober erfolgt mit der Spatenstichfeier der Baustart für das Quartier „sophie 7“.

2025: Im November erhalten die glücklichen Bewohner:innen die Schlüssel für Ihr neues Wohnglück. Mit dabei: Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und Bezirksvorsteher Markus Reiter. Die SOZIALBAU AG übergibt 120 und die WBV GPA 56 geförderte Wohnungen.

2026: Am 28. Jänner veranstalten die Lokale, Betriebe und Einrichtungen zum Kennenlernen einen „Tag der offenen Tür“.

Foto: Brüder Kohn KG (B. K. W. I.) (Hersteller), 7., Neubaugürtel – erhöhter Blick gegen Sophienspital und Lazaristenkirche, Ansichtskarte, um 1908, Wien Museum Inv.-Nr. 205442, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/38893/)

Objektplan

Das sophie7 Stadtquartier kennenlernen.